Ruderdamen erleben Vielfalt
Begegnungen mit dem 11. und 13. Jahrhundert
Es ist einer der heißen Juli-Sommertage als RUKA Dieter Bühring am Bahnhof Bensheim die kleine Gruppe (so viele, wie die Besatzung „Vierer mit“ und „Dreier ohne“) aus dem Kreis der Damen-Kaffeerunde empfängt.
In den Clubnachrichten 1 und 2/2009 lasen wir bereits Hinweise zur Ausstellung von Dieter Bühring („Rollsitz-Leser wissen mehr!“).
Erstes Ziel wird also das Gemeindehaus des Ev. Michaelisgemeinde sein. Dort, in den lichten Räumen, präsentiert Dieter B. seinen 3. Glasbilder-Zyklus, der das Thema „Der Teppich von Bayeux“ zum Ausdruck bringt.
Nach der historischen Vorlage (im Original handelt es sich um ein besticktes Leinenband im ungewöhnlichen Format 50 x 7000 cm) hat der Künstler Szenen zur „Schlacht von Hastings“ (1066) entnommen und in 60 Arbeiten, also in beeindruckenden Glasbildern, Radierungen, Pastellzeichnungen und Entwürfen zur Darstellung gebracht. Dieter erläutert – wir betrachten und staunen. Diese gelungenen Arbeiten sollten demnächst nicht „in die Ablage“ verbannt werden, sondern müssten, nach unserer Meinung, ihren Weg zum Geschehnis-Ort finden und damit einen kulturellen Bogen zwischen Bensheim und Hastings spannen.

Nach kurzem Fußweg finden wir uns in Dieters Atelier in der Fehlheimer Str. 9 wieder. Seine Frau Ursel hat bereits eine Tafel gedeckt, der Kaffee duftet und zu unserer besonderen Freude steht Dieters legendärer „Riwwelkuchen“ (sonst ausschließlich bei Wanderfahrten zu genießen) auf dem Tisch.
Ein herzliches Dankeschön an Ursel und Dieter B. für das Erlebnis dieses Nachmittags.
Ausflug nach Westhofen
Anfang August ist von einer eventuellen Sommerflaute in unserer Damen-Kaffeerunde keine Spur. Trotz Hitze ist die Kaffeetafel im Bootshaus gut besucht und viel Interesse besteht an einem geplanten Ausflug per Linienbus nach Westhofen, um eine der dortigen neun Mühlen, die einst die Wasserkraft von Altbach und Seebach nutzten, zu besuchen. Durch die Wormser Zeitung aufmerksam geworden, arrangiert Kirsten Brunner einen Besuch in der Kaiserbad-Mühle mit exklusiver Führung für die Ruderdamen (18 Teilnehmerinnen) durch den Besitzer der Mühle, Herr Dr. Schier.
Das Anwesen der Kaiserbad-Mühle, aus dem 13. Jahrhundert stammend, hat in
liebevoller Restaurierung durch den jetzigen Besitzer ein einladendes Gesicht erhalten und wurde mit einer eigenen Philosophie neuen Bestimmungen unterstellt. In den großzügigen Räumlichkeiten des Mühlenhauses erfreuen Kunstausstellungen (z.B. Malereien, Skulpturen aus Afrika, Schmuck- und Textilhandwerk) den Betrachter und sprechen zu uns in ihrem Zusammenfügen von regionaler und internationaler Vielfalt.
Dr. Schier, seit 2007 Vorsitzender des Touristikvereins Wonnegau, ist es anzumerken, dass ihm die Aufgabe der Organisation und Kunstförderung beseelt hat und dass er sich, auch mit der Neuanlage eines zuvor nicht vorhandenen Gartens, gemeinsam mit seiner Frau viel botanisches Wissen, Hingabe und körperliche Arbeit verordnet hat. Heimatliche und beinahe exotische Gewächse mit unterschiedlichen Ansprüchen bringt er in diesem Garten zueinander und komponiert die Pflanzen in ihrer Anordnung durch Form und Farbe zu einer „Kunst im Garten“.
„Wo Rheinhessen am schönsten ist“ haben sich zehn Ortsgemeinden zum Wein-Art-Land zusammengeschlossen und pflegen und präsentieren regionale Weinkultur. Aber auch in puncto Wein sprengt der Hausherr Grenzen und schafft Symbiosen. Die hauseigene Vinothek bietet Spitzen-Weißweine der Region an und lädt zur Verkostung hochwertig ausgebauter Weine unterschiedlicher Rebsorten aus Südafrika ein. Dr. Schier kennt diese Weingüter persönlich und weiß etwas zu erzählen über die Menschen, ihre Vorgeschichte und ihr Können.
Beim Eintauchen in die Vielfalt und Andersartigkeit sowohl im Garten, bei den
Kunstobjekten und auch beim Wein haben wir Neues dankenswert erfahren dürfen. Drei Damen waren in dieser Nachmittagsrunde bei uns zu Gast und eingebunden.
Ja, stets ist es die Vielfalt, die uns reich macht.
Dorothee Ambros